Was muss man bei einer Baumfällung beachten?

Posted on 10. Jul, 2012 by in Expertentipps

Baumfällung vom ProfiViele Garteneigentümer gehen davon aus, dass sie in ihrem eigenen Garten schalten und walten können, wie sie wollen. Doch das ist nicht immer richtig. Baumfällungen dürfen meist nur mit Genehmigung durchgeführt werden. Die Beachtung der Baumsatzung ist unbedingt anzuraten.

Baumfällungen müssen genehmigt werden

Auch der Besitzer eines Gartens darf längst nicht alles tun, was ihm gefällt. Dazu gehören alle Tätigkeiten, die Nachbarn belästigen könnten, und auch Baumfällungen darf er nicht nach Lust und Laune vornehmen.

Was genau er darf oder nicht, ist mit verschiedenen Vorschriften geregelt, die aber von Bundesland zu Bundesland und von Gemeinde zu Gemeinde sehr unterschiedlich sein können. Allgemeingültige Regeln gibt es nicht, ein Blick in die Gemeindeordnung und die Baumschutzsatzungen zeigt, was am Wohnort erlaubt ist und was nicht. Viele aber nicht alle Gemeinden haben eine Baumsatzung. In dieser ist aufgeführt, bis zu welcher Baumhöhe Baumfällungen ohne Genehmigung vorgenommen werden dürfen. Kleine dünne Bäume sind dabei unproblematisch, sie dürfen überall entfernt oder versetzt werden. Sobald aber ein Baum gewisse Größen überschreitet, muss dies durch die Gemeinde genehmigt werden. Sonderregelungen gelten für Obstbäume. Hierfür ist das Bundeskleingartengesetz zuständig. Möchte der Gartenbesitzer einen Baum fällen, muss er einen Antrag stellen, in dem die Gründe für die gewünschten Baumfällungen genannt werden. Genehmigungen werden in der Regel dann erteilt, wenn die Baumfällungen zum Schutz von Haus und Nachbargrundstücken erforderlich sind. Kranke Bäume, die umzufallen drohen oder die einem heftigeren Sturm nicht mehr standhalten würden, fallen unter diese Bestimmungen. Lichtverhältnisse der umstehenden Häuser dagegen erkennen viele Gemeinden nicht als ausreichenden Grund für Baumfällungen an.

Geschützte Bäume und Grenzbäume

Sonderregelungen gelten für Bäume, die unter Naturschutz stehen. Dabei kann es sich um Eichen oder andere Bäume handeln, die mehrere Hundert Jahre alt sind. Auch Bäume, wie zum Beispiel alte Eiben, die sehr hoch gewachsen sind und einen bestimmten Stammumfang haben, gehören dazu. Für Baumfällungen solcher Exemplare kann auch die Gemeinde keine Ausnahmegenehmigung erteilen. Hierfür ist der Denkmalschutz zuständig, der nur unter sehr eingeschränkten Voraussetzungen die Arbeiten genehmigt. Problematisch sind auch die sogenannten Grenzbäume. Sie stehen meist auf Grundstücksgrenzen und gehören damit mehreren Eigentümern. Solche Bäume dürfen nur mit Genehmigung aller Besitzer und der Gemeinde geschnitten oder gar gefällt werden.

Ausgleich schaffen

Der Antrag bei der Gemeinde ist kostenpflichtig. Wie hoch die Gebühren sind, ist je nach Gemeinde unterschiedlich. Bei einer Genehmigung wird der Gartenbesitzer verpflichtet, für den oder die gefällten Bäume einen Ausgleich zu schaffen. Er kann zum Beispiel neue Bäume als Ersatz pflanzen. Ist das nicht möglich, muss er unter Umständen eine Ausgleichszahlung leisten. Auch die Höhe dieses Ausgleichs ist in jeder Gemeinde unterschiedlich geregelt.

Drastische Strafen für ungenehmigte Baumfällungen

Verstöße gegen die Gemeindebestimmungen oder gar den Denkmalschutz sind strafbar. Darüber sollte sich jeder Gartenbesitzer im Klaren sein. Geldstrafen können mehrere Tausend Euro bis zu 50.000 Euro betragen. Sogar Haftstrafen bis zu drei Jahren können vom Gericht für unerlaubte Baumfällungen verhängt werden. Im Zweifelsfall ist es immer besser, sich bei der Gemeindeverwaltung zu erkundigen, ob ein Baum gefällt werden darf, und sich vorher eine Genehmigung für Baumfällungen zu besorgen. Zwar werden die drastischen Strafen fast nie verhängt, aber einige Tausend Euro können auch schon eine große Belastung sein.

Bild: © lpotthoff – Fotolia.com

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