Garten ohne Wühlmäuse – mit der richtigen Bekämpfungsmethode klappt es

Posted on 15. Okt, 2018 by in Allgemein

© Fotolia, Victor Tyakht , Nr. 104742346

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Wühlmäuse sind für jeden Gärtner ein Ärgernis, weil sie viel Schaden anrichten (können) – deshalb ist eine Duldung der kleinen Tiere auch nicht möglich. Im ersten Teil unserer zweiteiligen Serie haben wir Ihnen typische Merkmale einer Wühlmaus erläutert und Sie darauf hingewiesen, wie wichtig eine Abgrenzung zu dem unter Naturschutz stehenden Maulwurf ist.

Nun folgt eine Erläuterung der gängigsten Bekämpfungsmethoden und ihrer Einsatzgebiete; wir berücksichtigen dabei selbstverständlich die (in der Regel eingeschränkten) Möglichkeiten eines Hobbygärtners.

Die gängigsten Bekämpfungsmittel im Überblick

Gleich mal vorneweg: Die Wirksamkeit der zahlreichen Hausmittel (im Internet kann man eine ganze Reihe davon finden) ist nicht erwiesen – daher lieber die Finger davon lassen! Bei der Bekämpfung von Wühlmäusen sollten Sie nicht viel Zeit verlieren. Wir stellen Ihnen im Folgenden die Methoden

  • Mausefallen
  • Giftköder
  • Begasung
  • Geräusche
  • Aussetzung und Förderung von natürlichen Fressfeinden.

vor und klären die Vor- und Nachteile der jeweiligen Vorgehensweisen.

Mausefallen: Das Mittel der Wahl

Bei richtiger Anwendung stellen Wühlmausfallen die effektivste Methode dar, der Plage Herr zu werden. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen:

  • Zangenfalle
  • (patentierte) SuperCat-Falle
  • Bayerische Wühlmausfalle
  • Kastenfalle

Setzen Sie bevorzugt Letztere ein, weil sie als einzige verhindert, dass auch Maulwürfe gefangen werden (was tierschutzrechtlich ja verboten ist).

Gehen Sie beim Aufstellen der Fanggeräte systematisch vor – beginnen Sie am besten an einem Erdhaufen in einer bestimmten Ecke Ihres Gartens und arbeiten Sie sich langsam vor. Stellen Sie vor jeder aktiven Gangöffnung so lange eine Falle auf, bis Sie kein Tier mehr erwischen. Eine regelmäßige Kontrolle mehrmals am Tag ist dabei Pflicht. In einem durchschnittlich großen Garten (ungefähr 500 qm) kommen in etwa 20 Fallen zum Einsatz – dann haben Sie Aussicht auf Erfolg.

Tipp: Reinigen Sie neue Fallen mit geruchsneutralen Reinigungsmitten und reiben Sie sie mit Erde ab. Fassen Sie sie (ebenso wie die Köder, am besten Sellerie- oder Möhrenstücke) nur mit Handschuhen an – Wühlmäuse haben sehr empfindliche Nasen.

©Fotolia, creativenature.nl,  Nr. 227186689

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Lieber die Finger von Giftködern lassen

Giftweizen oder andere chemische Produkte sind wegen ihrer toxischen Wirkung auf andere Tiere (und eventuell auf spielende Kinder) sehr umstritten. Zudem nehmen Wühlmäuse diese nur dann in ausreichenden Mengen auf, wenn sie nicht genügend frische Nahrung finden. Das ist überwiegend in den kalten Jahreszeiten der Fall, wo ohnehin (fast) nichts grünt und blüht.

Begasung: Eine kostspielige Alternative

Auch wenn es brutal klingt: Mäuse dürfen mit Kohlenstoffmonoxid bzw. -dioxid oder Phosphorwasserstoff unter Einsatz spezieller Maschinen begast werden – eher um sie zu vertreiben, als um sie zu töten. Allerdings sollten Sie diese Form der Schädlingsbekämpfung geschultem Fachpersonal überlassen. Zudem empfiehlt sich diese Maßnahme aufgrund der relativ hohen Kosten erst bei größeren Flächen – für Hobbygärtner also eine eher uninteressante Methode.

Gut zu wissen: Im Handel ist auch angeblich ungefährliches Wühlmausgas erhältlich. Hier gilt jedoch wie auch bei jedem anderen Biozid: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung – lassen Sie bei Gas lieber den Fachmann ran!

Geräusche: Unorthodox, aber für Bastler interessant

Wenn Sie gerne tüfteln, können Sie sich mit Apparaturen, die unangenehme Laute erzeugen, gegen die Schädlinge wehren: Füllen Sie die Kapsel eines kleinen Windrades z.B. mit Glasmurmeln oder kleinen Schrauben und verbinden Sie es mit einer Metallstange, die Sie in den Boden stecken – der so übertragene „Lärm“ vertreibt die ungeliebten Gartenbewohner. Dasselbe Ergebnis erzielt eine im Erdreich vergrabene Blechdose mit einem darin befindlichen, laut tickenden (natürlich mechanischen) Wecker.

Fressfeinde: Ideal, aber nicht überall möglich

„Katzen können Mäuse fangen, haben Krallen wie die Zangen…“ – vielleicht kennen Sie diesen Kinderreim, der die wirksamste Vorbeugemaßnahme gegen dieses Getier beschreibt. Auch Hunde halten die Tierchen fern, allerdings muss man ein Auge auf sie haben, denn sie graben im Jagdfieber gerne mal den Garten um. Die Haltung von Haustieren ist aber nicht für jedermann und für jedes Grundstück geeignet. Wer am Waldrand wohnt, kann auf die Unterstützung von Fuchs, Wiesel (z.B. Mauswiesel) oder auch Greifvögel hoffen – allerdings: Wer wohnt schon so idyllisch?

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