Bonsai in Form bringen – Tipps zum Gestaltungs- und Erhaltungsschnitt

Posted on 05. Okt, 2016 by in Gestaltungs-Tipps

© phonix_a - Fotolia.com

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Der Gestaltungsschnitt ist Inbegriff der Bonsaikunst. Einen alten Baum in Miniformat nachzubilden und ihm eine gewünschte Form und Wuchsrichtung zu geben, schaffen Sie nur mit einem fachmännischen Schnitt und passendem Schneidwerkzeug. Mit unseren Tipps erleichtern wir Ihnen das Bonsaischneiden.

Ein Bonsai ist nie vollendet…

… und darum auch der regelmäßige Schnitt. Er unterscheidet sich eigentlich vom normalen Pflanzenschnitt, bei dem Triebe und Äste gekürzt werden, durch das Beschneiden des Wurzelwerks. Diese Grundgestaltung ist an sich gar nicht so schwer, verlangt aber ein wenig Geduld und Fachwissen darüber, wie die Bäume in der Natur wachsen. Der Schnitt bzw. der Rückschnitt ist notwendig bei allen Bonsaibäumen, auch bei sehr alten Exemplaren.

Triebe, Blätter und Wurzeln schneiden – so geht’s

Der Schnitt von Trieben (Formschnitt) hat zum Ziel, der Baumkrone eine bestimmte Form zu geben. Die meisten Triebe werden aus diesem Grund um etwa die Hälfte eingekürzt. In den nächsten Jahren sollten Sie fast alle Jungtriebe entfernen, um die Form noch besser zu prägen oder eventuell etwas zu verbessern.

Geschnitten werden alle Triebe des Baumes, die die gewünschte Form beeinträchtigen. Überflüssige und zu lange Zweige müssen ebenfalls geschnitten werden – auf diese Weise werden Äste und der Hauptstamm dicker. Die Seitentriebe werden um die Hälfte gekürzt und der Gipfeltrieb direkt an der Seiten-Verzweigung beschnitten. Zu diesem Zweck müssen Sie den Zweig drahten und ihn vertikal positionieren. Der Baum sollte im Endergebnis hinten mehr Triebe haben als vorne, damit der Stamm in seiner vollen Pracht sichtbar ist.

Regelmäßiger Schnitt regt den Baum zum Neuaustrieb an: Auss den Blattachseln (sog. Schlafende Knospen) entspringen Seitentriebe und Blütenstände an der Rinde. Hier handelt es sich um eine Feinverzweigung mit kleineren Blättern. So entsteht eine Baumkrone mit vielen dünnen Ästen, die proportional zur Baumgröße sind.

Wenn Sie die Blattgröße Ihrer Bäume reduzieren wollen, dann können Sie einen Blattschnitt vornehmen. Das Entlauben kann im Juni stattfinden – so haben die Pflanzen genug Zeit, um neue Blattknospen zu entwickeln und sich auf den Winter vorzubereiten.

Zwischen den unter- und oberirdischen Baumteilen muss es ein Gleichgewicht geben. Jedes Mal, wenn Sie Triebe kürzen, sollten Sie ebenfalls einen Wurzelschnitt vornehmen. Andernfalls wächst der Bonsai übermäßig in die Höhe, um die ursprüngliche Form zu erreichen.

© Schwoab - Fotolia.com

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Richtigen Zeitpunkt für den Schnitt wählen

Die meisten Bonsais werden zweimal im Jahr geschnitten: im Frühjahr und Spätsommer. Ausnahmen sind beispielsweise:

  • Kiefer (wie Pinus parviflora)
  • Zypressen
  • Wacholder
  • Eiben (wie Taxus cuspidata oder Taxus baccata)
  • Thuja
  • Ulme
  • Ficus Ginseng,

die besonders schnittverträglich sind. Schneiden Sie die Wurzeln von Nadelbäumen alle zwei Jahre um max. 30% zurück und zupfen Sie regelmäßig den neuen Austrieb.

Passende Schnittwerkzeuge bereitstellen

Zum Bonsaischneiden nehmen Sie – je nach Baumalter – entweder eine Bonsaischere oder Konkavzange. Bei Nadelbäumen dagegen brauchen Sie kein Werkzeug, weil die neuen Triebe einfach mit den Fingern entspitzt werden. Auf diese Weise erholen sich die Bäumchen schneller, weil es nach diesem Eingriff keine Schnittwunden gibt.

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