Eine pflegeleichte Pflanze für Balkon und Terrasse: Bambus im Topf kultivieren

Posted on 12. Aug, 2016 by in Balkontipps

© doji1983 - Fotolia.com

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Bambusse im Topf gewinnen immer mehr an Beliebtheit. Auf Balkonen und Terrassen setzen sie exotische Deko-Akzente und ziehen Blicke auf sich, weil sie elegant und dezent aussehen. Bambusse werden zudem gerne als Wind- und Sichtschutz sowie als Heckenpflanzen verwendet. Als Kübelpflanzen eignen sich vor allem Bambusarten aus der Fargesia-Famillie wie Nitida Hybriden.

Passenden Kübel finden

Bambusse lassen sich eigentlich in jedem Kübel kultivieren. Am besten aber wachsen die Pflanzen in breiten und großen Töpfen, weil sie mit der Zeit ein ganz großes Wurzelwerk entwickeln. Um das zu verhindern, legen Sie eine Rhizomsperre an. Es empfiehlt sich, ein etwa 3-fach größeres Pflanzgefäß als das letzte  zu nehmen. Jungpflanzen sollten in etwa 40 cm breiten Töpfen gepflanzt werden. Die Töpfe sollten mit einem Pflanzloch ausgestattet sein, damit das überschüssige Wasser problemlos abfließen kann. Das ist enorm wichtig, weil Bambusse Staunässe nicht vertragen. Wählen Sie am besten frostfreie Kübel aus Keramik oder Terrakotta, weil Bambusse – wenn nötig – so draußen überwintern können. Wenn es um die Kübelgröße geht, dann gibt es eine Regel: je größer die Pflanzen, desto höher sollte auch das Gefäß sein.

Sonniger Standort von Vorteil

Bambus als Kübelpflanze gedeiht am besten in der Sonne (Phyllostachys) oder im Halbschatten (Fargesien,  Pleloblastus, Sasaella, Sasa). Der Standort sollte zudem vor Wind geschützt sein, insbesondere im Winter. Wenn das nicht möglich ist, dann können Sie die Phyllostachys bissetii nehmen, weil ihr der Wind nichts ausmacht. Alle Bambussorten vertragen ganz gut hohe Luftfeuchtigkeit, deshalb besprühen Sie ihre Blätter bei Gelegenheit mit reichlich Wasser.

Torfsubstrat mit Drainage kommt bei Bambus am besten an

Torferde mit ein bisschen Lehm, Sand oder Kieferrinde eignet sich am besten als Substrat für Bambusse. Sie können auch auf spezielle Bambuserde setzen.

Die Süßgräser hassen Staunässe und können deswegen einfach eingehen. Beim Pflanzen vom Bambus achten Sie auf eine entsprechende Drainage in Form von Styroporkugeln oder Blähton. Vergessen Sie nicht, Löcher im Gefäß zu machen, damit das Wasser abfließen kann.

Immer feucht muss es sein

© wsf-f - Fotolia.com

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Die meisten Fehler bei der Bambuspflege im Topf ergeben sich aus falschem Wässern. Sie sollten deshalb dafür sorgen, das Substrat immer feucht zu halten. Die Feuchtigkeit bleibt länger gespeichert, wenn Sie Moos oder Kieferrinde auf die Erde draufschütten. Das Wasser sollte sich nie um den Wurzelballen stauen, weil dies zum Aussterben der Pflanzen führt.

Bambusse sind Starkzehrer

Die Bambuspflanzen sind relativ hungrig. Beim Einpflanzen können Sie der Erde Langzeitdünger für Gräser oder speziellen Bambusdünger beimischen. Diese Langzeitdünger enthalten eine passende Menge an Stickstoff, welcher zum richtigen Gedeihen der Pflanze notwendig ist. Sie können natürlich auch zum Flüssigdünger greifen. Diesen müssen Sie aber etwas vorsichtiger dosieren. Erst etwa 6 Wochen nach dem Einpflanzen können Sie mit ihm loslegen, sonst kann es zur Beschädigung des Wurzelwerks kommen. Es wäre auch sinnvoll, die Pflanze an die volle Dosis von Flüssigdünger zu gewöhnen und zuerst nur etwa 50% der auf der Verpackung angegebenen Menge zu verabreichen. Danach sollte die Pflanze (in der Wachstumszeit) alle 4-6 Wochen Futter bekommen.

Bambusse im Topf durch den Winter bringen

Bambusse können Sie entweder in ein Winterquartier unterbringen (bei exotischen Sorten wie Bambusa multiplex, Bambusa vulgaris) oder draußen lassen (winterharte Bambussorten wie Phyllostachys aureosulcata).

Wenn Ihre Pflanzen drinnen bleiben, dann sollten Sie diese bei einer Temperatur von 3-7 Grad halten. In der Winterpause brauchen die Bambuspflanzen gar nicht so viel Licht – etwa 4-5 Std. am Tag. Bei einem ganz dunklen Standort sollten Sie aber Pflanzenlampen benutzen.

Die Pflanzen, die den Winter draußen verbringen, müssen ein windgeschütztes und schattiges Plätzchen haben. Sie sollten zusätzlich an den entsprechenden Winterschutz in Form von Vlies denken. Damit die Pflanzen bei strengeren Frösten nicht erfrieren, sollten Sie diese in eine Garage oder unters Dach umplatzieren. Wässern Sie die Pflanzen mäßig immer an frostfreien Tagen.

Feinde von Bambuspflanzen

Bambusse sind im Grunde genommen sehr resistent gegen jegliche Schädlinge. Stauendes Wasser, zu nasser Boden, falsche Luftzirkulation sind aber die Hauptursachen für das Vorkommen von Schädlingen wie Blatt- oder Schmierläusen. Für diesen Fall verwenden Sie zuerst Schmierseifenlösung und spülen damit die betroffenen Pflanzen kräftig. Erst wenn diese schonende Bekämpfungsmethode nichts bringt, greifen Sie zu chemischen Präparaten.