Schnecken wirksam bekämpfen

Posted on 18. Jul, 2016 by in Gartenpflege

© moquai86 - Fotolia.com

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Schnecken spielen eine wichtige Rolle in der Natur und einige Schneckenarten sind sogar geschützt. Diese kleinen Tierchen können aber zu richtigen Plagen werden und schwere Schäden in Gärten anrichten. Sie fressen nämlich unheimlich gerne an jungen Blättern, Stängeln, Wurzeln und Blütenständen. Jeder Gartenbesitzer sollte sich dessen bewusst sein und die wirksamsten Mittel gegen Schnecken kennen.

Schnecken und ihre Lebensweise

Schecken kommen vor allem in den schattigen und feuchten Gartenecken zum Vorschein. Am aktivsten sind diese Plagegeister am Morgen und am Abend, sobald der Tau da ist. Bei bewölktem und regnerischem Wetter schießen sie wie Pilze aus dem Boden. Sie ernähren sich am liebsten von Jungpflanzen. Das Dasein von Schnecken erkennt man an einer charakteristischen getrockneten Schleimspur sowie an Fraßschäden. In Blättern und Blüten fressen sie unregelmäßige Löcher aus und in Gemüsewurzeln können diese kleinen Lebewesen sogar ganze Kanalsysteme „bohren“. Am gefährlichsten sind die so genannten Nacktschnecken wie die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris). Diese Wegschnecken haben zum Glück einen natürlichen Feind – den Tigerschnegel, welcher die Eier der Spanischen Wegschnecke vertilgt. Bei Gehäuseschnecken (wie Weinbergschnecke) müssen Sie sich keine Sorgen um Ihre Pflanzen machen. Weinbergschnecken besuchen die Gärten nur deshalb, weil sie in der Nähe von denen ihren natürlichen Lebensraum (Gestrüpp) haben. Das Gleiche gilt auch für Schnirkelschnecken und Bänderschnecken, die ebenso keine Schadschnecken sind.

Feindpflanzen beugen der Schneckenplage vor

Wenn Sie den Schnecken-Befall vermeiden wollen, überlegen Sie sich genau, welche Pflanzen Sie in Ihrem Garten haben möchten. Verzichten Sie vor allem auf die Pflanzen, die die Grundlage der Schnecken-Diät sind. Zu solchen Lockpflanzen gehören:

  • Ringelblumen
  • Astern
  • Dahlien
  • Weiße Lilien
  • Kapuzinerkresse
  • Funkie

Auch Himbeeren, Erdbeeren sowie Salat, Rüben oder Karotten sind für schleimige Tierchen echte Leckereien. Auf der anderen Seite schrecken Sie die Schnecken mit  Seifenkraut (Saponaria officinalis), Thymian (Thymus) oder Majoran (Origanum majorana) ab. Schleimige Tierchen essen ebenso ungern Beifuß, Kamille, Bohnenkraut, Zwiebel, Knoblauch, Salbei, Montbretien, Mädchenauge. Wenn Sie diese Pflanzen zwischen den anderen Zierpflanzen im Beet pflanzen, dann verlieren die Schnecken ihr Interesse an Ihrem Garten.

Gepflegter Garten ist für Schnecken wie ein rotes Tuch

© DoraZett - Fotolia.com

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Die Lieblingsplätze von Schnecken sind schattige und feuchte Standorte, wo sie sich zwischen Blättern und hohen Gräsern verstecken oder in Pflanzenresten vergraben können. Um Schnecken zu verjagen, müssen Sie das Unkraut – vor allem Brennnessel – regelmäßig jäten, den Rasen oft mähen und die Pflanzenreste systematisch entfernen. Auch die regelmäßige Bodenbelüftung hilft die Schneckeneier aus der Gartenerde zu beseitigen. Je weniger Unkräuter, Risse, Spalten in der Erde, desto ungünstiger gestaltet sich Ihr Garten als Schnecken-Quartier.

Schneckenbarrieren und Schneckenzäune

Einzelne Pflanzen lassen sich vor Schnecken mit Hilfe von verschiedenen Barrieren schützen. Zu solchen Barrieren gehören z.B. mit Branntkalk bestreute Gartenwege und Beete. Sie sind extrem ätzend, was zur schnellen Austrocknung und dann zum Tod der Tiere führt. Diese Barrieren lassen sich zusätzlich mit Sägemehl, Rinde, Tannennadeln, Eierschalen oder Kies tarnen. Eine andere Möglichkeit im Kampf gegen Schnecken stellen Schneckenzäune dar. Ein Schneckenzaun besteht meistens aus Metall oder Kunststoff und wird bis zu 15 cm tief im Erdreich vergraben. Schneckenzäune sind eine wirksame Hindernis für schleimige Schädlinge.

Schneckenfallen

Schnecken verbringen den Tag verdeckt unter Steinen, Holzstücken oder Brettern. Diese Verstecke eignen sich ideal, um Fallen zu installieren. Legen Sie einfach die Köder wie Kohl, Kartoffelstücke oder Karotten aber auch chemische Mittel wie Schneckenkorn unter Bretter oder Steine und sammeln die hungrigen Tierchen einfach ab. Genauso gut wirken Bierfallen. Graben Sie einfach einen Behälter in den Boden und füllen ihn mit Bier auf. Eine Bierfalle muss so viel Bier enthalten, damit die Schnecken drin ertrinken.

Natürliche Fressfeinde von Schnecken

Schnecken sind ein Lieblingsnahrungsmittel von Kröten und Igel. Auch Eidechsen und Vögel, vor allem Amseln, Rotkehlchen, Stare, Krähen, Fasane und Laufenten sagen nicht nein zu Schnecken als Zwischenmahlzeit. Schnecken werden nicht nur von Vögeln und Reptilien gerne verspeist, sondern auch von räuberischen Insekten wie Flieger und Käfer. Der größte Feind von Schnecken ist der Laufkäfer, welcher sich zu 90% von Schnecken ernährt.