Die schönsten Pflanzideen für Steingärten

Posted on 15. Feb, 2016 by in Allgemein

© Marina Lohrbach - Fotolia.com

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Ein Steingarten oder Alpinum ist die Miniaturausgabe einer alpinen Region. Er eignet sich hervorragend zur Begrünung von Böschungen, ist pflegeleicht und deshalb eines der „Lieblingskinder“ der modernen Gartengestaltung.

Beim Anlegen eines Steingartens ist allerdings nicht nur gärtnerisches, sondern auch kreatives Talent gefragt: Größe, Lage, Stein- und Pflanzenarten müssen sorgsam bedacht sein. Wir haben für Sie die wichtigsten Gartentipps rund um den Steingarten zusammengestellt.

Charakteristik von Steingartenpflanzen

Gebirgspflanzen müssen in den meisten Fällen mit magerem und durchlässigem Substrat zurechtkommen. Deshalb besitzen ideale Steingartenpflanzen zarte Faserwurzeln, die durch enge Spalten und Ritzen zwischen den Felsen durchdringen können. Weil sie an karge Lebensbedingungen und Trockenheit gewöhnt sind, kommen sie fast ohne Düngen aus.

Für diese anspruchslose Flora ist die Bodenqualität der meisten Hausgärten zu nährstoffreich; am besten vermischen Sie ihn deshalb mit

  • Sand
  • Kies
  • Splitt.

Informieren Sie sich am besten vorab darüber, was die jeweiligen Steingartenpflanzen für das Wachstum brauchen; starkwüchsige Pflanzen neigen außerdem dazu, innerhalb kürzester Zeit ihre Umgebung völlig zu überwuchern.

Die ideale Pflanzzeit für Steingärten ist der Frühling. Achten Sie dabei auf eine lockere Bepflanzung, damit die einzelnen Gewächse nicht miteinander konkurrieren und der Charakter des Steingartens erhalten bleibt.

Steine beeinflussen das Pflanzenwachstum

Steine geben Mineralien an ihre Umgebung ab – sie wirken entweder basisch (also kalkhaltig), neutral oder sauer auf das Bodenmilieu. Weil die jeweiligen Pflanzen ganz unterschiedliche Kalkbedürfnisse haben, müssen Sie die einzelnen Elemente des Steingartens aufeinander abstimmen.

Zu den kalkliebenden Pflanzen zählen z.B.

  • Bergenie
  • Glockenblume (Campanula)
  • Küchenschelle (Pulsatilla)
  • Alpennelke (Dianthus alpinus).
  • Sie gedeihen am besten in Kombination mit basisch reagierenden Steinen wie Dolomit, Kalksandstein und Travertin. Kalkmeidende Pflanzen wie
  • Schlüsselblume (Primula)
  • Berg-Wohlverleih (Arnica montana)
  • Steinsame (Lithodora diffusa)

hingegen wachsen auf neutralen bis sauren Böden am besten, wie ihn Basalt, Granit und Sandstein produzieren. Informieren Sie sich vor dem Pflanzenkauf am besten über die Kalkansprüche der Bepflanzung und wählen Sie im Anschluss daran die passenden Steine aus.

Kleines Lexikon der Steingartenpflanzen

Fröhlich bunt im Frühling, im feierlichen Frostkleid zur Weihnachtszeit: Die richtige Pflanzenauswahl macht den Steingarten zu jeder Jahreszeit zum Blickfang. In unserem kleinen „Pflanzenlexikon“ haben wir für Sie unterschiedliche Tipps und Anregungen zusammengestellt, um Ihnen die Gestaltung zu erleichtern.

Zwerggehölze für die Grundstruktur

© ThomBal - Fotolia.com

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Durch Ziergehölze geben Sie die Grundstruktur Ihres Steingartens vor: Immergrün und winterhart, bestimmen sie auch im Winter das Bild. Typische Vertreter sind

  • Zwergkoniferen
  • Wacholder (Juniperus)
  • Schneeheide
  • Latsche.

Auch der Buchsbaum in Form einer Hecke eine ausgezeichnete Steingartenpflanze ab, da er sich gut in Form schneiden lässt.

Lebendige Steingartenstauden und Bodendecker

Das richtige Maß zwischen Kargheit und Lebendigkeit erzielen Sie durch den gezielten Einsatz von Stauden und Sträuchern zwischen den Gehölzen. Nicht fehlen darf dabei der extrem widerstandsfähige Steinbrech als blühender Bodendecker; eine schöne Ergänzung dazu sind

  • Schleifenblume (Iberis)
  • Blaukissen (Aubrieta)
  • Teppich- bzw. Polster-Phlox (Phlox subulata)
  • Felsen- oder Hungerblümchen (Draba)

sowie das charakteristische Edelweiß (Leontopodium). Das Steinkraut (Lobularia Alyssum, auch als Duftsteinrich bekannt) verbreitet einen honigähnlichen Duft und ist wie geschaffen für die Einfassung des Steingartens oder zur seitlichen Bepflanzung von Wegen.

Tipp: Auch Klettergehölze wie die Alpen-Waldrebe (Clematis alpina) eignen sich als Bodendecker und bezaubern durch ihre kräftige Blütenfarbe!

Blumenbeete in kräftigen Blütenfarben

Harmonisch und naturnah wirkt das Beet, wenn Sie bei Sträuchern und Blütenstauden verschiedene Blau- und Violett-Töne kombinieren, etwa

  • Kugelblume (Globularia)
  • Alpenveilchen (Cyclamen)
  • Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)
  • Grasnelke (Armeria alpina).

Schöne Farbkontraste im Beet bilden Enzian, Aurikel und Sonnenröschen (Helianthemum) mit ihren gelben Blüten. Am besten wirken diese Blumen, wenn sie alleine stehen. In Gruppen gepflanzt wiederum gedeihen Primeln am besten, die es in den unterschiedlichsten Farben und Sorten gibt; durch die Anordnung in Streifen, Dreiecken etc. entsteht so ein florales Kunstwerk.

© annunako - Fotolia.com

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Gräser als winterliche Gartendeko

Nicht nur im Sommer machen Grasarten wie z.B.

  • Polster-Segge
  • Borstgras
  • Federborsten- oder Lampenputzergras

eine gute Figur im Garten; auch im Herbst und Winter sind sie eine hübsche Gartendekoration: Tau und Frostüberzug ergeben zauberhafte Effekte, wenn Sie die Gräser nicht zurückschneiden, sondern sie als Winterschutz einfach zusammenbinden!

Robuste Sukkulenten als Blickfang

Die robusten Sukkulenten haben ihren festen Platz im alpinen Kiesbeet:

  • Fetthenne (Sedum)
  • Hauswurz (Sempervivum)
  • Aloe vera

wachsen besonders gut, weil das Steinbett die Sonnenwärme speichert. Auch winterharte Sukkulenten wie Dickblatt, Feigenkaktus oder Sternwurz sind eine echte Bereicherung fürs Steinbeet.

Abwechslungsreiche Gestaltungsideen

Natursteinmauern sind das wichtigste Gestaltungselement für den Kiesgarten: Eine Trockenmauer gliedert den Steingarten optisch und dienen als „natürliche“ Drainage für Regenwasser. Die Fugen einer Natursteinmauer bieten außerdem einen Lebensraum für zahlreiche Insekten. In größeren Steingartenanlagen sorgen ein Hohlweg oder eine Farnschlucht für echt alpines Flair.

Als alpine Version eines Hochbeets bringt ein Steingartenhochbeet Abwechslung in die Gartengestaltung; es eignet sich unter anderem hervorragend, um einen kleinen Kräutergarten mit Thymian, Lavendel und Co. anzulegen. Sein besonderes Mikroklima bietet günstige Bedingung für empfindlichere Raritäten.

Pflegetipps für den Steingarten

Auch wenn ein Steingarten sehr pflegeleicht ist, sollten Sie ihn nicht sich selbst überlassen: Mulchen Sie den Boden und entfernen Sie verblühte bzw. vertrocknete Pflanzenteile für einen gepflegten Eindruck; bedingt winterharte Pflanzen brauchen zudem einen Frostschutz aus Rindenmulch oder Reisig.

Unser Tipp: Viel Arbeit bei der Gartenpflege sparen Sie sich, wenn Sie beim Anlegen des Alpinums ein Unkrautvlies verlegen – und Ihr Garten macht auch ohne großen Aufwand stets einen gepflegten Eindruck.

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