Chemiefreie Zone – die biologische Schädlingsbekämpfung

Posted on 14. Mai, 2014 by in Gartenpflege

Bild: thinkstockphotos.de

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Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten schmecken immer noch am Besten. Leider wird diese Meinung auch von vielen Schädlingen geteilt, die uns der Früchte (und Gemüse) unserer Arbeit berauben wollen. Wer bei der Schädlingsbekämpfung nicht auf die Mittel der chemischen Kriegsführung zurückgreifen will, kann auf eine ganze Reihe bewährter Methoden der natürlichen Schädlingsbekämpfung zurückgreifen.

Biologisch, umweltfreundlich, effektiv – Natur gegen Natur

Gott sei Dank hält Mutter Natur eine Vielzahl an Alternativen zu den Produkten der chemischen Industrie bereit. An erster Stelle sind hier die verschiedenen Kräuter zu nennen, die zusätzlich zu Salat und Gemüse gepflanzt werden können.

  • Kapuzinerkresse,
  • Bohnenkraut
  • Lavendel.

Diese Kräuter eignen sich hervorragend um Blattläuse fernzuhalten, während Salbei, Rosmarin und Thymian gegen Kohlweisling eingesetzt werden können. Um Ameisen fernzuhalten haben sich Lavendel und Rainfarn als wirksam erwiesen. Dass sich die genannten Kräuter natürlich auch in der Küche verwenden lassen, ist mehr als nur ein positiver Nebeneffekt. Raupen und Erdflöhen verderben Sie am besten den Appetit indem Sie Sellerie anpflanzen.

Hilfstruppen statt Chemie

Bild: iStock, thinkstockphotos.de

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Eine weitere sehr effektive Methode ist die Rekrutierung von Hilfstruppen zur Schädlingsbekämpfung. Für Insekten wie zum Beispiel den Marienkäfer, stellen Blatt- und Wollläuse eine echte Delikatesse dar. Da diese nützlichen Helfer von Pflanzen wie Honigklee, Raps und Disteln angezogen werden, kann man entsprechende Saatgutmischungen mittlerweile in jedem gut sortierten Gartencenter bekommen. Um effektiv gegen einen akuten Blattlausbefall vorzugehen, empfiehlt sich der Einsatz von Brennnesseln. Die kleingeschnittenen Brennnesseln in einem Gefäß (nicht aus Metall) mit reichlich Wasser ansetzen und für 24 Stunden ziehen lassen. Den Sud durch ein Tuch seihen, in ein Spritzgerät füllen und die befallenen Pflanzen großzügig damit bestäuben. Der Auszug sollte zügig eingesetzt werden, da nach spätestens 5 Tagen die Wirkung nachlässt.

Zinnkraut eignet sich besonders dann, wenn die Pflanzen von Pilzen befallen sind. Das getrocknete Kraut zuerst über Nacht mit kaltem Wasser ansetzen und am nächsten Tag aufkochen und einige Minuten köcheln lassen. Anschließend den Sud durch ein Tuch seihen und mittels Spritzgerät großzügig auf den befallenen Pflanzen verteilen.

Ein hervorragendes Pflanzenschutzmittel, das sich besonders für den präventiven Einsatz eignet ist Nemöl. Der Hauptbestandteil des Öls ist das so genannte Azadirachtin. Es unterbindet die Synthese von Chitin und verhindert dadurch, dass sich die Larven häuten und verpuppen können. Somit können die Larven nicht in den nächsten Wachstumszyklus übergehen und durch den Einsatz von Nemöl wird ein Befall durch Schädlinge bereits im Vorfeld verhindert.

Die Mühe lohnt sich

Der Einsatz natürlicher Mittel, um in Ihrem Garten erfolgreich gegen Schädlingsbefall vorzugehen, ist zwar etwas aufwendiger als der schnelle und bequeme Griff zu chemischen Methoden. Dafür ist allerdings auch garantiert, dass Obst, Gemüse und Salat aus dem eigenen Garten aus 100% biologischem Anbau stammt. Neben dem erstklassigen Geschmack, ist dies ein weiterer großer Pluspunkt, der meiner Meinung nach den Mehraufwand mehr als rechtfertigt.

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