Was passiert im Winter mit den Pflanzen?

Posted on 20. Dez, 2012 by in Gestaltungs-Tipps

winterlandschaftWenn leise der erste Schnee fällt und er die ganze Umgebung in ein weißes Tuch hüllt, dann haben sich nicht nur die Tiere in einen Winterschlaf begeben. Auch die Pflanzen im Garten, die uns das ganze Jahr über mit ihrem Anblick erfreut haben, kommen zur Ruhe und wollen neue Kräfte sammeln. Doch damit Sie sich auch im kommenden Frühjahr wieder Spaß und Freude an Ihrer Pflanzenwelt haben, sollten Sie einigen wesentlichen Pflege- und Überwinterungstipps Beachtung schenken.

Wintervorbereitung für die Pflanzenwelt

Das ganze Jahr über werden die Pflanzen im Garten gehegt und gepflegt, doch bevor die kalte Winterzeit beginnt, bedürfen sie besonders viel Aufmerksamkeit, um die Kälte unbeschadet zu überstehen. Dabei sind die Pflegeansprüche von Pflanze zu Pflanze völlig verschieden. Kübelpflanzen zum Beispiel können im Garten gar nicht überwintern, denn sie würden erfrieren. Schneiden Sie wenn nötig Kübelpflanzen zurück und stellen Sie diese im Keller oder im Haus unter. Manche von ihnen benötigen tageslichthelle Plätze, andere wiederum bevorzugen die Dunkelheit, um zur Ruhe zu kommen. Keinesfalls dürfen die Plätze zu warm sein, da die Pflanzen sich sonst verausgaben und anfangen neu zu treiben. Entfernen Sie vor der Winterruhe alle alten Blätter oder kränklich aussehende Pflanzenteile. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Schädlingskontrolle. Wenn Sie Schädlinge entdecken, dann ist schnelles Handeln notwendig, damit diese nicht noch auf andere Pflanzen in unmittelbarer Umgebung übergreifen. Um Platz zu sparen, dürfen Sie größere Kübelpflanzen wie zum Beispiel den Orleander für die Überwinterung zusammenbinden. Die Pflanzen, die nicht bewegt werden können und im Garten verbleiben, benötigen besondere Pflege und Schutz. Bereits Anfang September sollten Sie die Düngung der Pflanzen langsam einstellen. So haben die kleinen Triebe genügend Zeit zum Ausreifen, bevor die Pflanzen in ihre Winterruhe wechseln.

Wasserbedarf und Einhausung

Da Pflanzen ihr Wachstum über die Wintermonate einstellen, benötigen sie auch so gut wie keine Feuchtigkeit. Gartenpflanzen, die Sie ins Haus holen, können nach Bedarf über einen längeren Zeitraum etwas Wasser erhalten. Doch keinesfalls zuviel, sonst besteht die Gefahr der Fäulnis und die Wurzeln sterben nach und nach ab. Pflanzen im Garten holen sich die eventuell benötigte Feuchtigkeit aus dem Erdboden und müssen nicht zusätzlich mit Flüssigkeit versorgt werden. So schön, wie exotische Pflanzen im Sommer aussehen, sie sind den klimatischen Bedingungen in unseren Breiten keinesfalls angepasst. Es gibt nur sehr wenige Sorten wie einige Ficus-Arten, die winterhart sind und die kalten Temperaturen unbeschadet überstehen. Pflanzen, die im Garten verbleiben, benötigen einen besonderen Winterschutz. Isolierende Abdeckungen wie zum Beispiel Schilfmatten oder Tannenreisig sorgen dafür, dass die Pflanzen warm eingepackt dem Frost und der Kälte trotzen können. Kleinere Sträucher sollten Sie bodeneben abschneiden und dann gut abdecken. Wenn Sie sich bei der Überwinterung Ihrer Pflanzen unsicher sind, dann stehen Ihnen Fachleute mit Rat und Tat zur Seite. Des Weiteren bieten sie auch für Ihre größeren Kübelpflanzen fachgerechte Überwinterungsmöglichkeiten an.

Farbenpracht im Winter

Doch der Winter muss in Ihrem Garten kein tristes Aussehen hinterlassen. Denn es gibt auch Pflanzen, welche die kalten klimatischen Bedingungen des Winters lieben und gerade dann ihre ganze Farbenpracht zeigen. Dazu gehört zum Beispiel auch der Winter-Schneeball und bei ihm ist der Name Programm, denn er fängt bereits im Winter an zu blühen und kann bei idealen Temperaturen sogar das ganze Jahr durchblühen. Die Blüten des Winter-Schneeball duften sehr intensiv und lassen Erinnerungen an den Frühling aufkommen. Die Pflanze bevorzugt nahrhaften, leicht sauren und feuchten Boden. Beim Rückschneiden sollten Sie etwas Vorsicht walten lassen, da die Blüten sich an mehrjährigem Holz bilden.
Die Schmuck-Mahonie ist auch ein Schmuck für den Garten, denn ihr attraktiv gefiedertes Laub ist ein Hingucker der besonderen Art. Bereits im Februar schenkt Ihnen diese wundervolle Pflanze eine goldgelbe ca. 20 cm lange Blütentraube, die einen angenehmen Duft verströmt und bis in den April hinein blüht. Die Schmuck-Mahonie bevorzugt humushaltige Böden und ist Ihnen für eine sonnigen bis halbschattigen Platz im Garten sehr dankbar. Bei Temperaturen, die weit unter den Gefrierpunkt reichen, sollten Sie die Pflanze mit Schilfmatten oder Tannenreisig vor der Eiseskälte schützen. Auch der Winter-Jasmin und die Zaubernuss sind attraktive Winterblüher, die an tristen Tagen Ihren Garten verschönern.

Winterblüher haben den Vorteil, dass sie keiner großen Pflege bedürfen. Ihren Wasserbedarf holen sie sich aus dem Erdboden und durch den ihnen gegebenen natürlichen Schutzmantel, fällt eine Einhausung oder anderer Schutz weg.

Und mit diesem Artikel begeben wir uns auch erstmal in eine Winterpause, die bis zum 3. Januar dauert. Wir wünschen allen Lesern ein schönes Fest und einen guten Rutsch ins Jahr 2013!

Bild: © Stefan Körber – Fotolia.com

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2 Kommentare to “Was passiert im Winter mit den Pflanzen?”

  1. Matthias

    25. Feb, 2013

    Sehr informativer Artikel! Mich würde mal interessieren, ob es einen Richttemperatur gibt, bei der man die Pflanzen wieder im Freien aufstellen kann

    Reply to this comment
    • dr_garten

      28. Feb, 2013

      Der Klassiker ist, vermeide Frost. Ansonsten haben die Pflanzen alle eigene Temperaturen bei denen sie sich wohlfühlen. Eine Palme braucht halt wärmeres Klima als z.B. ein Maiglöckchen :)

      Reply to this comment

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