Spinnmilben bekämpfen – auf natürliche Art

Posted on 03. Dez, 2012 by in Expertentipps

Spinnmilben wieder loswerdenViele Zimmer- und Gewächshauspflanzen zeigen irgendwann silbrige Verfärbungen an den Blättern. Nach einiger Zeit beginnen diese Blätter sich graubraun zu verfärben und trocknen ein. Schaut man sich die Blattunterseiten genauer an, so entdeckt man kleine Gespinste, die auf einen Schädlingsbefall hindeuten. Spinnmilbe ist der Name des Übeltäters, den es zu bekämpfen gilt.

Spinnmilben bekämpfen beginnt mit der Bestimmung des Gegners

Die gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae)ist der am meisten verbreitete Schädling, der Zimmerpflanzen befällt. Auf über 200 Pflanzenarten kann dieser einheimische Schädling vorkommen und er überwintert sehr gerne in Gewächshäusern. Biologisch gehört die Spinnmilbe zu den Spinnentieren. Sofern man sie denn sieht, erkennt man daher auch vier Beinpaare. Allerdings bleiben die kleinen Schädlinge selbst meist unsichtbar, da sie nur 0,5 Millimeter Größe erreichen. Weit besser erkennbar sind die ersten Zeichen des Befalls. Zunächst erscheinen kleine gelb-weiße Punkte auf den Blättern, die eigentlich nicht zu übersehen sind. Dies sind die Stellen, wo die Spinnmilben ihre Stechborsten in die Blattadern gestochen haben und wie kleine Vampire den Pflanzenzellen das Blattgrün (Chlorophyll) herausgesaugt haben. Im weiteren Verlauf verdichten sich die Punkte, die Triebspitzen werden eingewebt, die Blätter verfärben sich komplett graubraun und zu guter letzt vertrocknen sie völlig. Den Spinnmilbenbefall einer Pflanze erkennt man ebenfalls an den Gespinsten, die von den Tieren auf der Pflanze abgelegt werden. In diesen halten sich die Larven der kleinen Übeltäter auf, die trockene und warme Luft sehr zu schätzen wissen. Daher tritt der Spinnmilbenbefall vermehrt in der Heizperiode des Herbstes und Winters auf. Insbesondere Gummibäume, Palmen, Zierspargel, Grünlilie und Efeu gehören zu den bevorzugten Opfern der Spinnmilbe, welche selbst vor Kakteen nicht halt macht. Natürlich findet man Spinnmilben nicht nur im heimischen Wohnzimmer oder Wintergarten, sondern auch im Garten. Bei den Kulturpflanzen wie Bohnen, Gurken, Kartoffeln, Erbsen und Trauben fühlt sich die Spinnmilbe wie im Paradies. Allerdings sind auch Hartholzbäume wie der Apfelbaum beliebte Opfer und auch vor Soja und Baumwolle macht die Spinnmilbe nicht halt.

Wie wird man sie wieder los?

Nun möchte der Pflanzenliebhaber nicht unbedingt gleich eine Chemiebombe auffahren, um den Spinnmilben den Garaus zu machen. Zudem sind die wirkungsvolleren Mittel nur für Zierpflanzen erlaubt, während die Kulturpflanzen sich mit ungiftigen und weniger effektiven Mitteln begnügen müssen. Beide Varianten führen aber nur zeitlich begrenzt zum Erfolg.  Denn die kleinen Schädlinge sind sehr anpassungsfähig und werden deshalb gegen die Mittel schnell immun. Da Spinnmilben fürs Überleben eine geringe Luftfeuchtigkeit benötigen, genügt für ihr Verschwinden manchmal schon ein kleiner Trick. Die befallene Pflanze wird zunächst gewässert. Dann stülpt man eine Plastiktüte über die Pflanze inklusive Topf. In diesem Minigewächshaus entsteht nun ein feuchtes Klima, dass den Schädling auf Dauer abtötet. Im Fachhandel bekommt man zudem Spezialmittel sogenannte Akarizide gegen diese Schädlinge. Eine Abreibung mit Weiß- oder Rapsöl auf hartblättrigen Pflanzen wie dem Gummbaum ist eine weitere Möglichkeit, die Spinnmilben zu bekämpfen.  Als vorbeugende Maßnahmen kann der Pflanzenfreund die Pflanzen gelegentlich mit Knoblauch- oder Brennesseltee einsprühen und sollte eine Überdüngung der Pflanzen vermeiden.

Spinnmilben bekämpfen mit biologischen Waffen

Zudem hat die Spinnmilbe natürliche Feinde, mit denen sich der Pflanzenliebhaber verbünden kann, um die Spinnmilben bekämpfen zu können. Einige vereinzelte Raubmilben, schwarze Kugelmarienkäfer oder Blumenwanzen auf die Pflanzen gesetzt und schon geht die Sache ihren Gang. Diese natürlichen Gegenspieler kann man im Gartenfachhandel bekommen. Allerdings haben die Raubmilben, Phytoseiulus persimilis, gewisse Ansprüche an das Umgebungsklima, die sich nicht immer erfüllen lassen. Daher sollte man eine Kombination von Gegnern auswählen. Die gezüchteten Phytoseiulus persimilis jagen nicht nur die Spinnmilben sondern fressen auch deren Eier und Larven. Eine Raubmilbe frisst am Tag cirka fünf Spinnmilben oder 20 Larven oder Eier. Für den Menschen, Haustiere und Pflanzen sind diese Räuber ungefährlich und können daher auch in der Wohnung oder im Wintergarten eingesetzt werden. Allerdings müssen für den langfristigen Erfolg gewisse Klimabedingungen eingehalten werden. Ansonsten würden die Phytoseiulus persimilis nur kurzfristig jagen und sich nicht gut vermehren. Die Umgebung sollte idealerweise 24 bis 29 Grad warm sein und eine 65% Luftfeuchtigkeit aufweisen. Die Raubmilben Phytoseiulus persimilis bleiben auf einer Pflanze bis fast alle Spinnmilben gefressen sind. Danach wandert sie ab, was zur Folge hat, dass die wenigen verbliebenen Spinnmilben sich wieder munter vermehren können. Die anspruchslosere Raubmilbe Amblyseius californicus zeigt sich als optimale Ergänzung. Sie frisst zwar hauptsächlich Spinnmilben, aber auch Thripslarven, Weichhautmilben und Pollen. Daher machen sie sich über die restlichen Spinnmilben her und können auch ohne Nachschub einige Wochen überstehen. So ist man vor einer neuen Spinnmilbenpopulation langfristig geschützt.

Bild: © chuc.de – Fotolia.com

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